
Diese Frage habe ich mir gefühlt 1.000 Mal gestellt. Es war ein fast tägliches Abwägen.
Ja, nein, vielleicht.
Ich habe diese Frage mindestens drei Jahre mit mir herumgetragen. Es hat viel Zeit gebraucht, bis ich ausgehend von dem Wunsch zu gründen mir tatsächlich die „passenden“ Rahmenbedingungen geschaffen habe. Ich betone, passend ist relativ und subjektiv. Die Entscheidung ist drei Jahre lang gereift und viele Erfahrungen und Gespräche fließen darin ein.
Mein Ziel war es, mit 30 Jahren mein Unternehmen gegründet zu haben. Jetzt bin ich 32 und habe im Mai 2020 gegründet. Meine Crowdfunding-Kampagne ist auf https://www.startnext.com/wentiquattro voll im Gange. Ich will diesen Moment jetzt nutzen, um auch Dir einen kleinen Anstoß zu geben, über Deine Ziele nachzudenken und einen Schritt in deren Richtung zu machen.
Ich gebe Dir hier vier Insights mit, die meine Entscheidung zu Gründen maßgeblich beeinflusst haben. Mal sehen, was du dazu sagst:
Entscheidungsgrundlage:
Entscheidungsgrundlage – das ist mein Lieblingswort und mein Credo.
Bevor du dich entscheidest, brauchst du eine Grundlage. Fakten schaffen, so gut es geht. Frage so lange nach, bis du dich selbst überzeugen kannst und gut begründen kannst, warum du dich für etwas entschieden hast. Du bist für dich verantwortlich und die Entscheidungen werden 1:1 auf dich zurückfallen. Deshalb musst in erster Linie DU dich damit wohlfühlen. Lass dich nicht hetzen. Nutze andere Personen als Erfahrungsquellen. Das mache ich auch so. Bevor ich eine Entscheidung fälle, spreche ich mit mindestens drei Personen, die schon mal in dieser Situation waren.
Aktuelles Beispiel:
In jedem Gespräch, das ich führe, lichtet sich der Wald der Fragen. Das ist bisher mit allen Fragestellungen so gegangen: Produktpreis kalkulieren, Bankkredit aufnehmen, steuerrechtliche Fragen…
Es gibt immer jemanden, der deine Situation schon mal durchgemacht hat. Von diesen Menschen kannst du lernen.
Wo stehst du gerade? Mit welchen Personen könntest du sprechen? Trau dich, du wirst sehen, es zahlt sich aus.
Mir selbst Deadlines setzen:
Ich bin alleinige Gründerin. Allein, aber doch nicht allein. Ich bin in einem Netzwerk an Menschen eingebettet, die mich tatkräftig unterstützen. Dazu später mehr.
Wenn ich gemerkt habe, dass ich einen Hänger habe und nicht weiterkomme, dann habe ich ganz bewusst einen Termin mit Menschen vereinbart, die ich für mein Weiterkommen brauchte. Dazu zählen beispielsweise Steuerberater Produktdesigner, Uniprofessor und noch ganz viele mehr. Für diese Termine musste ich mich vorbereiten. Das hat mich jedes Mal leicht unter Druck gesetzt, aber diesen Druck habe ich gebraucht, um Fragestellungen zu lösen.
Mit wem könntest du in den nächsten Wochen einen Termin vereinbaren? Welches Thema schiebst du schon lange vor dir her? Wer könnte dir dabei helfen, es anzugehen?
Netzwerk:
Das sind wir auch schon beim dritten Punkt. Ich merke es täglich, ein gutes Kontaktenetzwerk macht einfach vieles leichter. Ein Netzwerk schafft sich nicht von heute auf morgen. Deshalb fange bewusst damit an, dir ein Netzwerk aufzubauen und es zu pflegen. Ein Motto von mir ist, jede Business-Veranstaltung die ich besuche, knüpfe ich mindestens drei neue Kontakte und sammle die Visitenkarten dazu ein. Aktuell sind physische Veranstaltungen zwar eher schwierig, aber ich nehme an Unternehmerinnen-Stammtische, an Business-Speednetworking oder an ähnlichen Initiativen teil.
Ich bin seit über sieben Jahren beim Frauen-Business-Netzwerk wnet-networking women und seit kurzem auch Mitglied bei BPW Tirol. In diesen Netzwerken steht der berufliche Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. Bei jedem Treffen lerne ich neue Menschen kennen und lerne dazu.
Hast auch du dir schon mal überlegt, aktiv ein Business-Netzwerk zu besuchen? Gibt es ein Netzwerk in deiner Umgebung? Welche Online-Veranstaltung kannst du besuchen, um dich zu vernetzen? Kennst du jemanden, der bereits in einem Business-Netzwerk ist und dich mal zu einem Treffen mitnimmt?
Wissen teilen:
Jetzt bin ich auch schon beim vierten und letzten Punkt: Wissen teilen. Im Sinne des Netzwerken bin ich felsenfest davon überzeugt, dass es sehr bereichernd ist, mein Wissen zu teilen.
Ich gebe und es kommt immer etwas Gutes zurück. Für mich heißt Wissen teilen andere Menschen zu unterstützen. Ich unterstütze ganz bewusst, damit andere nicht die gleichen Fehler machen wie ich, dass andere schneller weiterkommen. Ich will Mentor sein und freue mich, wenn ich selbst von anderen lernen kann. Apropos Mentor. Es gibt tolle Mentoring-Programme. Die sind oft kostenlos und du kannst dich im laufe von ein paar Stunden mit einer Person zu einem bestimmten Thema austauschen.
Ich habe das selbst in Anspruch genommen. Einmal als Mentorin und einmal als Mentee. Ich kann es dir nur empfehlen. Dieser Austausch hat mir geholfen, meine Gedanken zu sortieren und mein Ziel wieder ins Auge zu fassen.
Gibt es Mentoring-Programme in deiner Nähe? Kennst du eine Person aus deinem Umfeld, mir der du dich bewusst ein paar Stunden im Laufe der nächsten Monate treffen kannst, um dich über ein Thema auszutauschen? Frage die Person doch einfach mal an.
Ich hoffe, dass dieser Beitrag ein kleiner Anstupser für dich ist, damit du den nächsten Schritt machst, egal wo du gerade stehst. Ich freue mich, von dir zu hören, wie es dir dabei ergangen ist.