
Steckbrief:

Ich & Crowdfunding
Hallo, ich bin Kathrin. Hier gebe dir hier mein Erfahrungswissen zum Crowdfunding weiter.
Crowdfunding begleitet mich seit mehreren Jahren bei meiner Arbeit im lvh. Ich habe über zwanzig Kampagnen auf der Plattform Crowdfunding Südtirol geplant und begleitet. Vor kurzem habe ich meine eigene Kampagne auf der Plattform Startnext erfolgreich umgesetzt.
Dieser Artikel ist genau richtig für dich, wenn du:
Übersicht Crowdfunding
In diesem Artikel spreche ich über das Reward-based Crowdfunding, also dem gegenleistungsbasierten Crowdfunding.
Gegenleistungsbasiertes-Crowdfunding:
Einfach gesagt, du zahlst einen Geldbetrag ein und erhältst ein Produkt als Gegenleistung.
Beispiel: Wenn du bei der Wentiquattro-Kampagne 35€ einbezahlt hast, hast du ein Notizbuch erhalten. Wenn du 90€ einbezahlt hast, hast du 3 Notizbücher erhalten.
Alles oder nichts:
Du musst dein Finanzierungsziel erreichen, sonst geht das Geld wieder an die Unterstützer zurück. Es gibt noch die Variante „Alles behalten/Keep it all“. Die wird vor allem für soziale Projekte genutzt.
Beispiel: Mein Finanzierungsziel lag bei 8.000€, alles oder nichts. Ich konnte dieses Ziel überschreiten.
Das sollten deine Kunden können:
Abgewickelt wird der Vorverkauf über das Internet, über eine Crowdfunding Plattform. Deine Zielgruppe sollte gewohnt sein, auf Internetplattformen zu surfen und mit Kreditkarte oder Online-Banking zu bezahlen.
Hier kommen meine 4 Tipps für dich:
Praxistipp 1: Bewerte, ob Crowdfunding der sinnvollste Weg für dich ist.
Das Reward-based Crowdfunding ist nichts anderes als ein möglicher Verkaufskanal hin zu deinen Kunden. Es gibt in der Geschäftswelt viele Verkaufskanäle. Bewerte, welcher Verkaufskanal für dein Produkt am passendsten ist. Hier erkläre ich dir, wann du Crowdfunding in die engere Auswahl nehmen solltest und wann du eher auf eine Kampagne verzichten solltest.
Sehr gute Eignung:
Beispiel: Ich will, dass berufstätige Frauen, die viel um die Ohren haben und gerne arbeiten, ihren Fokus nicht verlieren. Ich habe deshalb Zeitmanagement-Techniken in ein Notizbuch vereint. Bei Wentiquattro ist auf den ersten Blick klar, dass es sich um ein Buch handelt. Im Video war es wichtig zu erklären, warum dieses Buch ein besonderer Zeit-Planer ist.
Eher nicht gute Eignung:
Praxistipp 2: Starte erst, wenn die Crowdfunding-Reise gut geplant ist.
Die Versuchung ist groß, eine Crowdfunding Kampagne zu starten, sobald du glaubst DIE Idee zu haben. Stopp. Du würdest dich zu früh in ein Abenteuer starten, das dich womöglich viel Geld kostet. Starte deine Kampagne erst, wenn du alle Fakten auf dem Tisch hast. Dazu zählen mindestens: Zielgruppe, Produktion, Preiskalkulation, Steuerrecht, Prototyp, Verpackung & Logistik, Kommunikation.
Du solltest alle Kostenpunkte genau kennen. Basierend auf den Verkaufspreis bestimmst du die Dankeschön-Preise.
Beispiel: Ich habe die Verpackungsart und den Logistik-Dienstleister erst während der Kampagne ausgewählt. Das war ein unglaublicher Stress für mich. Die Kosten hatte ich zwar geschätzt, aber die Recherche von Verpackungsmaterial, Verpackungsarten, Preisvergleiche und Logistikprozesse haben mich sehr viel Zeit gekostet. In der Kampagne sollte der Fokus idealerweise allein auf die Kommunikation und Bewerbung der Kampagne liegen.
Praxistipp 3: Merke dir, eine Crowdfunding Kampagne kostet Geld
Wenn ich mich Crowdfunding-Interessenten rede, dann sehen die meisten nur das Geld, das über Crowdfunding hereinkommt. Ich lasse dich jetzt hinter die Kulissen blicken und sage dir, wie viel eine Kampagne kostet. Die Zahlen belaufen sich auf meine Erfahrungswerte. Ich will hier weder anderen Projektträgern, noch Lieferanten auf die Füße treten. Es gilt immer Angebote einholen und vergleichen und das eigene Kontaktenetzwerk nutzen.
Je professioneller du dich vorbereitest, desto mehr Geld musst du für die Vorbereitung der Kampagne in die Hand nehmen. Wenn du eine Kampagne professionell umsetzen willst, kostet dich das erfahrungsgemäß zwischen 3.000€ – 7.000€.
Ich empfehle dir, so professionell wie möglich aufzutreten, du willst ja schließlich das Vertrauen deiner Kunden wecken. Würdest du von jemandem ein Produkt kaufen, der unscharfe Bilder zeigt oder Videos mit schlechter Audio-Qualität verbreitet? Wohle eher nicht.
Also, hier der Kosten-Schnellcheck:
Praxistipp 4: Wirf zwei Augen auf Steuern & Co.
Spreche frühzeitig mit deiner Steuerberaterin, bevor du eine Kampagne startest. Es gibt steuerrechtlich mehrere Punkte zu beachten:
Gründen: Ja nein?
Kläre ab, ob du als Privatperson überhaupt ein Produkt über eine Kampagne verkaufen kannst.
Beispiel: Mein Rechtssitz ist in Italien. Ich habe ein Einzelunternehmen gegründet, bevor ich meine Kampagne gestartet habe. Warum? In Italien wird eine Reward-based Crowdfunding Kampagne als Geschäftstätigkeit angesehen, die der Mehrwertsteuerpflicht (Umsatzsteuerpflicht) unterliegt. Ich verkaufe regulär ein Produkt, nur dass die Auslieferung erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet. Das hat nichts mehr mit gelegentlicher Tätigkeit (lavoro occasionale) zu tun.
Zudem verkaufe ich mein Produkt nach der Kampagne über einen Online-Shop. Überlege auch du dir, wie der Verkauf nach der Kampagne weiter geht. Die Aufmerksamkeit flacht nach der Kampagne ab. Du musst neue Kommunikationsaktivitäten umsetzen.
Mehrwertsteuer
Weiterer Punkt: Der Crowdfunding-Umsatz wird versteuert. In Italien beträgt der Mehrwertsteuersatz 22%. Zähle die Mehrwertsteuer deines Landes bereits bei jedem Dankeschön dazu. Bespreche die Liste der Dankeschön-Pakete mit deiner Steuerberaterin. Kläre mit ihr ab, wie die einzelnen Pakete steuerrechtlich und buchhalterisch zu behandeln sind.
Die Vorteile von Crowdfunding
Du siehst, es gibt viele kleinere und größere Hürden, bevor es mit Crowdfunding los geht. Wenn du gut vorbereitet bist dann kann dir Crowdfunding eine gute Starthilfe sein. Das sind meiner Meinung nach die vier größten Vorteile:
Viel Erfolg!